Acht Jahre lang vertrat Carola Stauche die Landkreise Sonneberg, Saalfeld-Rudolstadt und den Saale-Orla-Kreis im Bundestag. Für den neuen Bundestag kandidiert sie nicht erneut. In emotionalen Worten blickt sie zurück:

„Für die meisten meiner Kollegen war die zurückliegende Sitzungswoche die letzte vor der Sommerpause und die letzte reguläre vor der Bundestagswahl.

Für mich war es die letzte reguläre Sitzungswoche überhaupt. Auch wenn das schon lange klar war, ist es doch ein seltsames Gefühl, wenn der Abschied nun nicht mehr abstrakt im Raum steht, sondern real wird. In der Arbeitsgruppe Ernährung und Landwirtschaft und in der AG Kommunales, deren stellvertretende Vorsitzende ich war, wurde ich herzlich verabschiedet; am Mittwoch luden Angela Merkel und Volker Kauder alle ausscheidenden Abgeordneten in die Parlamentarische Gesellschaft ein.

Für einen umfassenden Rückblick ist es noch zu früh, denn noch ist die Legislaturperiode trotz allem nicht zu Ende; dennoch kann ich bereits jetzt sagen, dass die zurückliegenden acht Jahre zu den spannendsten meines Lebens zählen: Einerseits die Detailarbeit an wichtigen, aber öffentlich weitgehend unbeachteten Entwürfen und Initiativen; andererseits das Erleben und Mitgestalten von großen Prozessen, über die die ganze Republik spricht, die ein inneres Abwägen und Ringen erfordern; dazu zahlreiche Gespräche und Begegnungen; die Freude, wenn man konkret helfen kann; manchmal auch die Frustration, wenn der eigene Einsatz vergeblich erscheint; dabei immer das Wohl des Volkes und die Verantwortung vor dem eigenen Gewissen vor Augen zu haben.

Ich bin dankbar, dass ich Deutschland in den vergangenen Jahren mitgestalten durfte. Meine letzte Rede im Bundestag im Mai habe ich beendet mit den Worten: „Ich werde das Thema „gesunde Ernährung, Kita- und Schulverpflegung“ und viele weitere Themen, die mich in acht Jahren im Bundestag beschäftigt haben, nicht mehr parlamentarisch bearbeiten. Doch ich werde als freier, verantwortungsbewusster, engagierter Bürger diese Themen weiter im Auge behalten und begleiten.“

Dazu will ich sagen: Das gilt nicht nur für die Schulverpflegung, sondern das gilt umfassend. Unsere Demokratie lebt davon, dass sich Menschen engagiert und selbstbewusst einbringen in die Gestaltung von Politik und Gesellschaft, Das will ich auch weiterhin tun; dazu ermutige ich alle Menschen in unserem Land. Meinen Nachfolgern wünsche ich alles Gute und Gottes Segen.“

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