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Menschen müssen von ihrer Arbeit leben können

[ 1 ] 10. November 2011 | Carola Stauche

Auf dem CDU-Bundesparteitag in Leipzig wird die Thüringer Bundestagsabgeordnete Carola Stauche für die Einführung einer  „tariforientierten Lohnuntergrenze“ stimmen. Dazu erklärt sie:

Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen von ihren Löhnen nicht leben können | Foto: MEV-Verlag/UBG/CDU

Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen von ihren Löhnen nicht leben können | Foto: MEV-Verlag/UBG/CDU

Als Mitglied der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) und der Arbeitnehmergruppe des Bundestags ist für mich klar, wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen jeden Tag zur Arbeit gehen, von ihren Löhnen aber nicht leben können. In einer christlichen Partei müssen wir für die Menschen im Land da sein. Was hat Arbeit für einen Wert, wenn ein Mensch seinen Lebensunterhalt nicht davon bestreiten kann und ihm im Alter Armut droht, weil er kaum Beiträge an die Rentenkasse zahlen kann? Wie sollen Frauen Mut zu Kindern haben, wenn sie in schlecht bezahlten Jobs arbeiten? Auch über die steigende Anzahl befristeter Stellen werden wir in Leipzig diskutieren. Wer nicht weiß, ob er morgen noch Arbeit hat, wird nicht so leicht eine Familie gründen. Als Familienpartei darf uns das nicht egal sein. Wie es in dem Antrag steht, bin ich für die Beibehaltung der Tarifautonomie. Die Arbeitgeber und Arbeitnehmer legen die Höhe der Löhne fest. So werden für beide Seiten akzeptable Löhne festgelegt.

Hintergrund

In einem Antrag an den Parteitag plädiert der CDU-Sozialflügel für die Einführung einer „tariforientierten Lohnuntergrenze“. Zudem sollen die Möglichkeiten für befristete Arbeitsverträge eingeschränkt werden. Einen gesetzlichen Mindestlohn in Euro und Cent soll es nicht geben, die Höhe der Lohnuntergrenze muss sich an einem Tarifabschluss orientieren. Da Leiharbeit branchenübergreifend sei, eigne sich der Mindestlohn in der Leiharbeit  – der Stundenlohn im Osten liegt bei 6,89 Euro, im Westen bei 7,79 Euro. Gesetzliche Möglichkeiten für sachgrundlose Befristungen sollen ebenfalls auf den Prüfstand kommen.  Zudem fordert die CDA in dem Antrag, den Grundsatz „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit an gleichem Ort“ auch in der Leiharbeit umzusetzen.

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Category: Arbeit und Soziales, Carola Stauche, Wirtschaft

Über Carola Stauche: Carola Stauche ist gewählte Abgeordnete im Wahlkreis 196 Sonneberg - Saalfeld-Rudolstadt - Saale-Orla und betreut den Kreis Hildburghausen zusätzlich mit. Sie arbeitet im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und stellvertretend im Innenausschuss des Bundestages sowie im Tourismusausschuss. In der CDU/CSU-Fraktion trat sie der Arbeitsgemeinschaft Kommunalpolitik bei wie der Gruppe der Frauen und der Arbeitnehmergruppe. Zur Profilseite.

Kommentare (1)

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  1. Harald sagt:

    Kurz vor den Parteitagen von FDP und CDU ist eine große Debatte um das Für und Wider von Mindestlöhnen entbrannt. Gegen Mindestlöhne kann doch nur jemand etwas haben, der die Arbeiter ausnutzen will. Was spricht denn gegen Mindestlöhne, wenn diese örtliche und branchenspezifische Gegebenheiten berücksichtigen. Ich glaube nichts. Es ist ja auch klar, dass ein Mindestlohn in Frankfurt am Main höher sein muss, als in der bayerischen Provinz. Schliesslich sind da auch die Lebenshaltungskosten anders.

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