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Freistaat braucht Verbündete – Thüringen im Alleingang chancenlos

[ 0 ] 23. November 2011 | Tankred Schipanski

Schaufenster Elektromobilität, Bundestagsabgeordnete appellieren an Landesregierung

Gestern endete in Erfurt die Europäische Konferenz für Elektromobilität, bei der Wirtschaftsvertreter, Politiker und Wissenschaftler gemeinsam über Herausforderungen und Chancen der Elektromobilität für Deutschland und Thüringen diskutierten.

Tankred Schipanski und Volkmar Vogel (rechts) fordern mit Kollegen eine bessere Thüringer Strategie für Elektromobilität

Tankred Schipanski und Volkmar Vogel (rechts) fordern mit Kollegen eine bessere Thüringer Strategie für Elektromobilität

Für den Freistaat könnte diese Zukunftstechnologie ein bedeutender Wirtschaftsfaktor werden. Ein Grund mehr, sich um einen der begehrten Plätze als Schaufensterregion zu bewerben. Immerhin winken üppige Fördergelder des Bundes. Doch die vier Thüringer Bundestagsabgeordneten Christian Hirte, Tankred Schipanski, Volkmar Vogel und Antje Tillmann, die für die Bereiche, Umwelt, Forschung, Verkehr und Finanzen im Bundestag zuständig sind, sehen noch Nachholbedarf seitens des Thüringer Wirtschaftsministers Matthias Machnig.

„Alleingänge Machnigs sind bei dieser millionenschweren Ausschreibung nicht hilfreich. Aus Berliner Perspektive wäre Thüringen bei einer alleinigen Bewerbung chancenlos. Daher muss Machnig jetzt dringend Verbündete für die Bewerbung suchen, vor allem bei unseren mitteldeutschen Nachbarn. Gemeinsam hätte man eine Chance, sich gegen die großen Ballungszentren im Westen und Süden durchzusetzen“, so die Thüringer Unionsabgeordneten. Die Erfurterin Antje Tillmann bedauerte die Signale aus Sachsen, andere Wege gehen zu wollen. „Alle reden von einer Stärkung Mitteldeutschlands, daher ist es schade, dass ein Land im Konkreten dann ausschert. Machnig muss alles daran setzen, die Länder zu einer gemeinsamen Initiative zu bewegen“, erklärte Tillmann.

Der Freistaat müsse zudem noch beim Konzept fleißig nachbessern. In Thüringen gebe es keine Metropolen für das Fahren mit Strom. „Bundesweit gibt es beim Thema Elektromobilität viele gute Angebote. Unser Alleinstellungsmerkmal ist der Einbezug des ländlichen Raumes“, betonte Verkehrsexperte Vogel. Auch Umweltpolitiker Hirte bekräftigte die Bedeutung des ländlichen Raums: „Ganz Mitteldeutschland ist davon geprägt. Alles, was bisher von dem Konzept bekannt ist, wirkt eher wie ein unsortierter Bauchladen aus Stadt und Land. Wenn wir eine Chance in diesem Bewerbungsverfahren haben wollen, dann muss es um spezifische Ideen und Anforderungen im ländlichen Raum gehen.“

Forschungspolitiker Schipanski erinnerte an den Umfang und die Potenziale, die mit den Schaufensterregionen verbunden sind: „Thüringen ist ein traditionsreiches Land des Automobilbaus, hat eine starke Zulieferindustrie und den Forschungsleuchtturm Ilmenau, der beim Thema Elektromobilität Akzente setzt. Das ist eine gute Klammer. Der Bund hat mit seinem Programm hervorragende Rahmenbedingungen für den Ausbau der Zukunftsbranche Elektromobilität geschaffen. Es wäre nun fatal, wenn Thüringen diese einmalige Chance einer Förderung in Millionenhöhe verpassen würde.“

Hintergrund

Mit der Initiative „Schaufenster Elektromobilität“ fördert die Bundesregierung in den nächsten Jahren den Ausbau der Elektromobilität mit einem Fördervolumen von insgesamt 180 Millionen Euro. Als Schaufenster-Region können sich dabei Zusammenschlüsse aus in der Elektromobilität forschenden Unternehmen und Wissenschaftseinrichtungen gemeinsam mit den jeweiligen Ländern, Städten oder Gemeinden bewerben. Dafür muss bis zum 16. Januar 2012 ein umfassendes Gesamtkonzept, das möglichst vielfältige Akteure einbindet und die gesamte Wertschöpfungskette der Elektromobilität einschließt, eingereicht werden.

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Tags:

Category: Antje Tillmann, Bildung und Forschung, Christian Hirte, Haushalt und Finanzen, Tankred Schipanski, Umwelt, Verkehr und Städtebau, Volkmar Vogel

Über Tankred Schipanski: Tankred Schipanski wurde im Wahlkreis 192 Gotha - Ilm-Kreis gewählt. Er betreut die Stadt Suhl mit. Im Deutschen Bundestag ist er ordentliches Mitglied im Ausschuss für Bildung und Forschung. Stellvertreter ist er im Rechtsausschuss. Für die Enquete-Kommission "Internet und digitale Gesellschaft" sowie den Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung ist er ebenfalls als Stellvertreter benannt. Tankred Schipanski ist stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union. Der Bundestag hat ihn als Stellvertreter für die Deutsche Delegation der Parlamentarischen Versammlung der OSZE benannt. In der CDU/CSU-Fraktion ist er Mitglied der Arbeitnehmergruppe sowie der Jungen Gruppe. Auf Vorschlag der CDU/CSU-Fraktion entsendet der Deutsche Bundestag Tankred Schipanski in den Stiftungsrat der Stiftung CAESAR. Zur Profilseite.

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