Filmerbe – Archivierung und Digitalisierung
Die digitale Technik zieht nicht nur in die Kinos ein, sondern sie kann uns helfen, das Filmerbe zu bewahren und besser zugänglich zu machen. Zu diesem Thema wurden in der vergangenen Woche sieben Experten angehört, MdB Selle ist Berichterstatter der CDU/CSU – Fraktion.
Der Fragenkomplex zum Filmerbe gewinnt auch deshalb an Brisanz, weil mit der zunehmenden Digitalisierung der Kinos herkömmliche Projektoren verschwinden und herkömmliche Filme, die noch nicht digitalisiert sind, nicht mehr gezeigt werden können.
„Es ist uns ein kulturpolitisches Anliegen, dafür zu sorgen, dass das reiche, einzigartige deutsche Filmerbe in seiner Vielfalt dem Publikum dauerhaft zugänglich gemacht wird.“, so MdB Selle.
Das liegt auch im Interesse der Filmbranche, der Rechteinhaber bzw. -verwerter, der Filmfördereinrichtungen, Archive und Stiftungen. Deren Sorge besteht eher darin, dass die notwendigen Maßnahmen finanziell nicht zu verkraften sein könnten.
Der Ausschuss für Kultur und Medien hatte daher für Mittwoch, den 9. November, eingeladen, um zu diskutieren, wie man sich dem Ziel geeignet nähern könnte.
„Manche Filme laufen Gefahr, kaputt zu gehen, wenn sie nicht digitalisiert werden“, warnte der Regisseur Hans W. Geißendörfer, deshalb müsse nicht sofort ein Medium zur Verfügung stehen, dass die Speicherung für 500 Jahre erlaube, sondern es könnten „auch erst einmal nur 50 Jahre sein“.
Eberhard Junkersdorf von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung ergänzte, dass viele alte Filme beispielsweise aus den 1920er Jahren noch nicht einmal restauriert worden seien. Die Kosten für die Restauration alten Filmmaterials würden auch relativ hoch liegen, bei etwa 750.000 Euro pro Film.
Jan Fröhlich von CinePostproduction GmbH erklärte, dass es neue Filme gebe, von denen kein Negativ existiere, sondern allein digitale Kopien. „Solche Filme sind schon komplett verlorengegangen. Ich kenne aktuell kein Speichermedium, dem ich meine Daten länger als zehn Jahre anvertrauen würde. Das heißt, man muss alle sieben, acht Jahre umkopieren. Ein herkömmlicher Negativfilm bietet eine ganz andere physikalische Sicherheit.“
Aus den Zitaten ist ersichtlich, dass die Lösungen schon technisch nicht einfach sind, von der Finanzierung ganz zu schweigen.
An den Fragen zur Erfassung der bestehenden, teilweise verstreuten Werke und der aktuellen Produktionen, der Sicherung auf lange Dauer, der Restaurierung der verfallenden Filme, der modernen Nutzbarmachung unter Berücksichtigung des Urheberrechts und der leidigen Finanzierung muss weiter gearbeitet werden. Dabei ist es schon erstaunlich, dass im Moment eine Filmkopie richtig gelagert zehnmal länger halten kann als die schnelllebige Digitalwelt.
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Category: Geschichte, Haushalt und Finanzen, Johannes Selle, Kultur und Medien

















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