Stimmungsmache
Die wöchentliche Kolumne für TLZ / Eichsfelder Tageblatt: Proteste dürfen den Papst-Besuch nicht überschatten
In dieser Woche erreichte mich mit der Post ein Brief vom Berliner Lesben- und Schwulenverband. In dem an alle Bundestagsabgeordnete adressierten Schreiben wird zu einer Demonstration gegen den Papst-Besuch eingeladen. Parallel zur Rede Benedikt XVI. im Deutschen Bundestag soll so gegen die „menschenfeindliche Geschlechter- und Sexualpolitik des Papstes“ protestiert werden. Nun kann in unserem Land jeder protestieren wie er will und gegen was er will, aber die Proteste aus der Schwulen-Szene haben ein besonderes Niveau. So haben Vertreter dieser Szene bereits 1996 gegen den Berlin-Besuch von Papst Johannes Paul II. drastisch protestiert. Als Johannes Paul durch das Brandenburger Tor schritt und damit den Mut der Ostberliner zum Mauerfall würdigen wollte, ließen mehrere Männer ihre Hosen herunter, um dem Papst ihr entblößtes Hinterteil zu präsentieren. Gut, dass kein Fernsehsender diese Bilder um die Welt gesendet hat. Man kann sich für solche Handlungen nur fremdschämen.
Im Brief des Schwulen- und Lesbenverbandes ist weiter zu lesen, dass ihre Initiative gegen den Papst unterstützt wird durch Gliederungen von SPD, FDP, Grünen sowie des Berliner Landesverbandes der Partei „Die Linke“. Auch der Berlin regierende Bürgermeister Wowereit gehört zu den Unterstützern.
Die Stimmungsmache gegen den Papst findet auch in einigen Bundestagsfraktionen Unterstützer und Aktivisten. Der Abgeordnete Rolf Schwanitz und weitere wollen die Papst-Rede boykottieren, da sie dagegen sind, dass Benedikt XVI. vor dem Bundestag eine Ansprache an die deutsche Bevölkerung halten kann. Schwanitz ist Sprecher des Arbeitskreises „Laizisten in der SPD“. Eine türkischstämmige Abgeordnete der Grünen bezeichnet die katholische Kirche als „zweifelhafte Institution“.
Überall wo der Papst in Deutschland auftritt, werden Demonstrationen und Proteste organisiert, so auch für Erfurt. Sogar in Leinefelde haben letzten Samstag einige ortsfremde Krawaller versucht, aus der Anti-NPD-Veranstaltung eine Anti-Papst-Demonstration zu machen. Landauf, landab Stimmungsmache gegen den Papst aus Deutschland, auch in vielen Leserbriefen tobt sich Christen-Verachtung aus.
Diese Proteste dürfen den Papst-Besuch nicht überschatten und die Berichterstattung nicht dominieren. Als Eichsfelder haben wir die Möglichkeit, den Heiligen Vater in großer Zahl und in großer Herzlichkeit zu begrüßen. Diese Bilder sollen um die Welt gehen.
Das könnte Sie interessieren:
- Johannes Selle: Newsletter „Aktuelles aus Berlin“ vom 23. September 2011
- Papst und Verfassungsgericht
- Manfred Grund: Verschweigen eines Themas
- Liebe zu den Mitmenschen
- Volkmar Vogel: Newsletter „Brief aus Berlin“ vom 23. September 2011
Category: Allgemein, Auswärtiges, Geschichte, Kultur und Medien, Manfred Grund

















Guten Morgen,
wenn sie Hilfe benötigen die Proteste zu untergraben, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
MfG
Torsten Keitz