Hirte: „Entscheidung nicht übers Knie brechen“
Sonntag soll Entscheidung über AKW-Laufzeiten fallen
Bereits für Sonntagnachmittag hat Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Koalitionsgipfel zur Lösung des Streits um die längeren Laufzeiten der Kernkraftwerke einberufen. Nicht wenige munkeln, dass mit einer schnellen Entscheidung die Regierungsfähigkeit der Koalition demonstriert werden soll.
„Es besteht keine Notwendigkeit, sich bei einer solchen Entscheidung unter Druck zu setzen,“ so der Westthüringer CDU-Umweltexperte Christian Hirte. Nach seiner Ansicht sollte man die Entscheidung am Sonntag nicht übers Knie brechen. Schließlich gibt es auch noch andere Möglichkeiten, um das Problem mit längeren Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke zu lösen. Hirte könnte sich zum Beispiel eine Versteigerung der Restlaufzeiten durchaus vorstellen. „Ähnlich wie schon bei der Versteigerung der begehrten UMTS-Mobilfunkfrequenzen müssten Unternehmen dafür bezahlen, um mit einer Technologie Gewinne machen zu können“, so Hirte weiter.
„Zwar müssten noch eine Reihe von Punkten abgearbeitet werden, aber eine öffentliche Versteigerung wäre für den Bürger sicher transparenter als ein Kompromiss, der hinter verschlossenen Türen ausgehandelt wird. Zudem würde eine Versteigerung auch ein ordentliches Sümmchen in den klammen Haushalt spülen“, so Hirte abschließend.
Hintergrund:
Bei dem Treffen am Sonntag werden neben Merkel auch die Parteichefs von FDP und CSU, Guido Westerwelle und Horst Seehofer, dabei sein. Ebenfalls mit am Tisch: die Fraktionsvorsitzenden der Koalition und die zuständigen Fachminister.
Im Streit um längere Laufzeiten von Atomkraftwerken sind die Deutschen einer Um-frage zufolge geteilter Meinung. Nach einer Forsa-Umfrage von letzter Woche ist knapp jeder zweite Befragte (48 Prozent) der Auffassung, dass der letzte Reaktor wie im Atomkonsens vereinbart 2022 vom Netz gehen soll. Fast ebenso viele (45 Prozent) würden dagegen längere KKW-Laufzeiten begrüßen. Sieben Prozent sind noch unentschieden.
Das könnte Sie interessieren:
- Christian Hirte: „Mit Rücktrittsforderung lieber vorsichtig umgehen!“
- Christian Hirte zur Vertagung der Opel-Entscheidung
- Christian Hirte: Entscheidung bei Solarförderung steht an
- Bundestag bringt Energiekonzept auf den Weg
- Opel Junior in Eisenach: Hirte begrüßt Entscheidung außerordentlich
Category: Christian Hirte, Umwelt, Wirtschaft
















