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Christian Hirte: Keine Denkverbote bei Wehrpflicht

[ 0 ] 24. August 2010 | Christian Hirte

Die Bundeswehr marschiert in Richtung Freiwilligenarmee. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) kündigte gestern in Berlin an, die Wehrpflicht ab kommendem Jahr aussetzen und die Bundeswehr auf 163.500 Mann verkleinern zu wollen.

Porträt Christian Hirte

Christian Hirte MdB

Rückendeckung für eine ergebnisoffene Diskussion erhält er vom Westthüringer CDU-Bundestagsabgeordneten Christian Hirte. Das stellvertretende Mitglied des Verteidigungsausschusses sprach sich für eine Anpassung der Armee an die geänderte Lage aus.

„Der Einsatz in Afghanistan zeigt uns, dass die Bundeswehr noch nicht optimal an die sicherheitstechnischen und verteidigungspolitischen Herausforderungen einer modernen, schlagkräftigen Armee angepasst ist. Ich habe bei meinen Gesprächen mit unseren Soldaten den Eindruck gewonnen, dass die Bundeswehr einer gründlichen Modernisierung bedarf. Das schließt auch die Frage der Wehrpflicht ein. Es darf hier keine Denkverbote geben“, so Hirte.

Auch spricht nach Hirtes Meinung die Problematik der Wehrgerechtigkeit für ein kritisches Hinterfragen der Wehrpflicht: „Derzeit leisteten bei einem Jahrgang von 480.000 jungen Männern nur rund 73.000 Wehrdienst und 75.000 Zivildienst. Mehr als 40% der Soldaten der Streitkräfte kommen aus dem Osten, in dem aber nur 15 von 80 Millionen Bundesbürgern leben – eine Schieflage, die wir überdenken sollten“, so Hirte abschließend.

Hintergrund:

Vorgesehen sind nach zu Guttenbergs Plänen 156.000 Berufs- und Zeitsoldaten sowie 7.500 Freiwillige. Während in Koalitionskreisen über eine Aufstockung der Gesamtzahl der Soldaten auf bis zu 180.000 Mann nachgedacht wird, forderte der Bundeswehrverband bereits eine Verdoppelung der Freiwilligenzahl. Nach zu Guttenbergs Willen soll die Wehrpflicht zwar im Grundgesetz verankert bleiben, junge Leute sollen aber nicht mehr gegen ihren Willen eingezogen werden. Der Minister will einen freiwilligen 12 bis 23 Monate langen «Schnupper-Wehrdienst» anbieten, der vor allem dazu dienen soll, Nachwuchs für die Berufsarmee zu rekrutieren. Auch Frauen sollen sich freiwillig melden können. Das Ministerium geht in der Modellrechnung von 7.500 Freiwilligen sowie 156.000 Berufs- und Zeitsoldaten aus.

Nach Angaben der Bundesregierung wird die Bundeswehrreform ein längerer Prozess sein und erst im Herbst entschieden. Die Präsidien von CDU und CSU werden voraussichtlich am 26. / 27. September auf einer gemeinsamen Sitzung eine Entscheidung zu Guttenbergs Plänen herbeiführen.

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Category: Auswärtiges, Christian Hirte, Sicherheit

Über Christian Hirte: Christian Hirte ist der gewählte Abgeordnete im Wahlkreis 190 Eisenach - Wartburgkreis - Unstrut-Hainich II und betreut außerdem den Kreis Schmalkalden-Meiningen. Er ist ordentliches Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie im Ausschuss für Tourismus. Als Stellvertreter ist er für den 2. Untersuchungsausschuss sowie den Unterausschuss Neue Medien benannt. Weitere Stellvertretungen hat er für den Wahlprüfungsausschuss, die Enquete-Kommission "Internet und digitale Gesellschaft" sowie den Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung übernommen. In der CDU/CSU-Fraktion engagiert sich Christian Hirte in der Jungen Gruppe, der Arbeitnehmergruppe sowie dem Parlamentskreis Mittelstand. Er ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Kommunalpolitik sowie der Gruppe der Vertriebenen und Flüchtlinge. Als Stellvertreter ist er für das Kuratorium der Bundeszentrale für politische Bildung benannt. Zur Profilseite.

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