Tankred Schipanski: Thüringer Schulstreit nicht zielführend
Das Ergebnis des Volksentscheids zur Schulreform in der Freien und Hansestadt Hamburg kommentiert der Thüringer Bundestagsabgeordnete und Bildungspolitiker Tankred Schipanski wie folgt: „Ich sehe mich in meiner Position bestätigt, dass es bei der Schulbildung unserer Kinder mehr auf die Inhalte als auf die Struktur ankommen müsste. Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass Strukturreformen automatisch zu größeren Lernerfolgen führen.“
Die Hamburger Volksabstimmung verdeutliche, dass man sich bei so grundlegenden Entscheidungen nicht über den Elternwillen hinwegsetzen könne, erklärt Schipanski und fordert auch für Thüringen Konsequenzen. Er bilanziert: „Einerseits ist klar: Der Thüringer Weg, nicht allen Schulen das längere gemeinsame Lernen zwangsweise zu verordnen, sondern an einigen Modellschulen die Reform zu testen, ist richtig.“ Andererseits müsse das Ergebnis des Volkentscheids auch als Warnschuss für die Thüringer Debatten begriffen werden, meint der Parlamentarier. „Die Eltern haben die Nase voll von zähen Streitigkeiten rund um das Thema Schulreform. Das müsste jetzt auch im Freistaat angekommen sein. Der Streit um Gemeinschaftsschule und Oberschule ist nicht zielführend.
Stattdessen müsse es das vorderste Ziel sein, bundesweit vergleichbare Lernstandards einzuführen, um nicht zuletzt eine größere Mobilität von Familien zu ermöglichen. Sollten die Länder ihrer Verantwortung im Bereich der Bildung nicht nachkommen, müsste zukünftig der Bund stärker eingreifen, mahnt Schipanski an.
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