Christian Hirte: „Bischof Wanke trifft den Nerv der Zeit“
Der Einladung des Westthüringer CDU-Bundestagsabgeordneten Christian Hirte nach Eisenach war der katholische Bischof des Bistums Erfurt, Dr. Joachim Wanke, gerne gefolgt. Trotz des Fußball-WM Spiels der Deutschen Nationalmannschaft fanden sich etwa 80 Interessierte in der katholischen Gemeinde „St. Elisabeth“ wieder. Im Rahmen der von Hirte ins Leben gerufenen Vortragsreihe „500 Jahre danach: Kommerz, Glaube und Aufbruch“ referierte Bischof Wanke über das Reformationsjubiläum 2017 aus katholischer Sicht.
„Bisher habe ich einen Schwerpunkt auf die touristische Dimension der Lutherdekade gelegt. Luther 2017 ist aber deutlich mehr als Tourismus und Kommerz. Stark beleuchtet werden muss auch Luthers Intention vor 500 Jahren. Wenn wir dies verinnerlichen und unsere Erkenntnisse mit einer Schablone auf die heutige Zeit legen, so wird das Reformationsjubiläum 2017 eine angemessene Würdigung erhalten“, betont Hirte.
Wanke stellte heraus, dass Luther keine neue Kirche, sondern eine reformierte, an den Ursprüngen orientierte Kirche wollte. Luthers Kampf um einzelne Inhalte des Glaubensbekenntnis werden heute oft kaum noch nachvollzogen, weil heute schon der Gottes-glaube insgesamt zur Disposition steht. Die Reformationsdekade biete jedoch die Chance, mit neuer Energie aufeinander zuzugehen und zu hinterfragen, was die Reformation eigentlich wollte: Eine Erneuerung der heiligen, katholischen (d. h. einen allgemeinen) und apostolischen Kirche. Es gehe nunmehr darum, den Versuch zu wagen, das Christentum im Kontext und Dialog der großen Weltreligionen als Einheit darzustellen. Die innerchristliche Ökumene würde eine neue, unerwartete Dynamik erreichen. Wanke sieht das Reformationsjubiläum somit auch als Chance, die innerchristliche Konfliktlinien zu entschärfen und sich substantiell über wesentliche Glaubensfragen zu verständigen. Nur so könne das Christentum nachhaltig bestehen, auch im Dialog und Kontext der großen Weltreligionen.
Hirte wertete den Vortrag des Bischofs als „eindrucksvolle Wegweisung“ für die Zukunft der Christen. „Herr Bischof Wanke hat ein wichtiges Thema aufgegriffen, das eine bisherige öffentliche Debatte vermissen lässt, das aber gleichwohl eine fundamentale Frage aufwirft, der wir uns im Rahmen der Lutherdekade widmen müssen. Mir geht es darum, dass die Menschen sich mit den Grundzügen der Reformation beschäftigen. Das würde das Reformationsjubiläum um eine wichtige Facette sehr bereichern. Kirche und Glauben sollten im Rahmen der Dekade ein essentieller Bestandteil werden“, so Hirte abschließend.
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